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Tennisabteilung des SV Wacker Burghausen feiert 80. Geburtstag

Bundesliga, Deutsche Meistertitel, großes Engagement für den Breitensport, intensive Jugendförderung - ein oberbayerischer Traditionsclub wird 80 Jahre alt. Ein Rückblick über die Zeit von 1937 bis 2017

1937 tobt in Spanien der Bürgerkrieg, Franklin Roosevelt beginnt seine zweite Amtszeit als US-Präsident und in Japan gründeten die Verwandten Kiichiro Toyoda und Toyoda Eiji den Automobilkonzern Toyota. Im beschaulichen Städtchen Burghausen hält zu dieser Zeit die Moderne Einzug: Schon seit einigen Jahren breiten sich in der Neustadt Industrie-, Gewerbe- und Wohngebiete aus. Und im Schatten der Burg - an der Unghauser Straße - entsteht ein Verein, der bis heute den Tennissport in Bayern entscheidend mitprägt, die Tennisabteilung des SV Wacker (SVW). Dank dem großen Engagement unzähliger sportbegeisterter ehrenamtlicher Mitglieder und Spieler schaut der Club heute auf eine Historie zurück, auf die er stolz sein kann.

Quelle: SVW-Chronik

Heimat für Tennis-Fans: 1937 übernahm der SVW die zwei Tennisplätze des TC Burghausen an der Unghauser Straße. 1940 musste der Verein den Spielbetrieb einstellen, da es keine Tennisbälle mehr gab. Im Mai 1950 eröffnete der SVW die beiden Plätze an der Unghauser Staße neu. Die langjährigen Mitglieder Horst und Klaus Peschanel verdienten sich damals als Balljungen die ersten Pfennige oder spielten selber mit Holzbrettchen.

Quelle: SVW-Chronik

Umzug in die Liebigstraße: 1952/53 musste der Verein wegen dem Bau der B20 die beiden Plätze an den heutigen Standort in der Liebigstraße verlegen. Der SVW erweiterte die Anlage zu diesem Zeitpunkt um weitere zwei Plätze. 1962 kamen nochmals zwei Plätze hinzu.

Training in Lirkhalle; Quelle: privat

Anspruchsvolles Training: Im Winter trainierten die SVWler wie Horst Peschanel mit ihren Holzschlägern auf dem schnellen Parkettboden in der Lirk-Halle. Damit die Spieler die Bälle gut sehen konnten, färbten sie sie teilweise schwarz ein.

Quelle: SVW-Chronik

Beeindruckende Einzelerfolge für den SVW: 1955 und 1958 gewinnt Klaus Peschanel die Deutschen Jugendmeisterschaften in den Altersklassen U16 und U18. 1960 spielen Klaus und sein Bruder Horst in der Bayerischen Auswahlmannschaft. In den Jahren 1960, 1961 und 1963 verstärkt Klaus Peschanel die Deutsche Nationalmannschaft. In den Folgejahren sammelt er viele Titel, unter anderem etliche oberbayerische Meistertitel, von 1964 bis 1966 sichert er sich dreimal die Bayerische Meisterschaft und zählt zu den zehn besten Spielern in Deutschland. Horst Peschanel gewinnt ebenfalls viele oberbayerische Titel und spielte sich einmal ins Halbfinale der Bayerischen Doppelmeisterschaften.

Foto 5: altes Team; Quelle: Kreuz

Verschafften dem SVW in Bayern viel Renommee: Horst Peschanel, Ernst Noack, Jürgen Pauli, Rudi Hohensinn, Emil Egerer, Klaus Peschanel und Walter Hofer (v.li.).

1964 und von 1967 bis 1974 spielte das Team in der höchsten bayerischen – und zugleich deutschen - Liga, in der Oberliga. Die Burghauser Dominanz zeigte sich vor allem bei den Oberbayerischen Meisterschaften:

Von 1958 bis 1978 gingen mindestens 17 oberbayerische Titel im Herren-Einzel an Burghauser Spieler. 1962 holte der SVW sogar alle Titel – bei den Damen wie den Herren im Einzel und im Doppel.

 

Walter Hofer errang 1990 den 3. Platz bei der Senioren-Europameisterschaft. Insgesamt wurde er viermal Bayerischer Seniorenmeister und spielte vielfach für Bayern in der Senioren-Auswahl.

Quelle: privat

Emil Egerer stand in den Jahren 1968 und 1969 im Finale der Bayerischen Meisterschaft. 1970 holt er sich den Bayerischen Meistertitel im Doppel. Mehrere Jahre war er in der Bayerischen Auswahlmannschaft unbesiegbar, unter anderem auch für den amtierenden Deutschen Meister Hans-Jürgen Pohmann. 1987 spielte er sich bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften ins Finale. Von 2001 bis 2003 war er als Coach des SVW-Bundesliga-Teams im Einsatz.

Quelle: SVW Matchball

Prägender Macher: Untrennbar verbunden mit dem SVW und dessen Erfolgen ist der Name Rudi Hohensinn, der sich als Mannschaftsspieler, „Tennisvater" und vor allem als Sportwart im Verein unvergessen machte. Er baute unter anderem viele Freundschaften zu Vereinen wie dem TC Zwiesel auf - eine Freundschaft, die mehr als 25 Jahre währte.

Quelle: SVW-Chronik

Quelle: privat

Überregionale Ehrenämter bekleideten Niko Niedzielski und Jürgen Peschanel: Niedzielski fungiert als oberbayerischer Jugendwart von 1961 bis 1975 und von 1963 bis 1982 als stellvertretender bayerischer Jugendwart.

Peschanel war ab 1992 oberbayerischer Nachwuchsreferent, von 1994 bis 2001 oberbayerischer Bezirksjugendwart und ab 2007 Vorstandsmitglied im Bezirk Oberbayern-München für den Bereich IT/Sport/Vereinsberatung.


Quelle: privat

Aufgrund des Engagements der beiden richtete der SVW viele Oberbayerische Erwachsenen- und Jugend-Meisterschaften aus. Zahlreiche Jugendturniere, der Valerio-Cup („Jugend-Davis-Cup") 1971, der Jugendländerkampf Deutschland-Österreich 1974 und der Bavarian Young Professional Circuit (1996-98) fanden auf der Anlage des SVW statt. Seit vielen Jahren veranstaltet der Verein, inzwischen unter der Leitung von Jörg Mitterhofer, im Winter den Inn-Salzach-Cup, ein Jugendturnier, das Ranglistenstatus hat.

 

Ein festes Dach über dem Kopf: Seine Traglufthalle ersetzte der SVW im Sommer 1995 durch eine feste Tennishalle mit drei Plätzen. In diese Zeit fiel auch der Umbau der Anlage: Die elf Freiplätze verschob der Verein und baute den Center Court in der heutigen Form. Zu dieser Zeit zählte der SVW 1000 Mitglieder – der bisherige Höchststand.

Quelle: SVW-Chronik

 

Im Kreis der Besten: Die 1. Herrenmannschaft kämpfte sich in relativ kurzer Zeit bis in die oberste Liga des deutschen Tennis. 1992 bis 1994 spielte das Team in der Bezirksliga, 1995 bereits in der damaligen Gruppenliga, der heutigen Landesliga. In den Jahren 1996 und 1997 traten die SVWler in der Oberliga (Regionalliga) an, 1998 und 1999 in der 2. Bundesliga.

Quelle: Bartschies

Mit einem Kader von neun Spielern, von denen sechs aus Ost-Oberbayern stammten, gelang der Mannschaft um Teamchef Jörg Krey 1999 in der Aufstiegsrunde in Burghausen ein sensationeller Coup: Mit Siegen über den TSC Mainz (6:3) und den LTTC Rot-Weiß Berlin (5:1) sicherte sich der SVW den Aufstieg ins deutsche Oberhaus. Im ersten Bundesliga-Jahr des SVW waren dann Christopher Kas, Florian Krumrey, Clemens Trimmel, Ronald Düller, Teamchef Jörg Krey, Wolfgang Schranz, Vorstandsmitglied Walter Hofer, Adolf Musil, Vorstandsmitglied Jürgen Peschanel, Nicklas Timfjord und Jörg Mitterhofer im  Einsatz. Es folgten vier unvergessliche Jahre in der 1. Bundesliga (2000-2003). In den Jahren 2012 und 2013 spielte der SVW erneut in der 1. Bundesliga, teilweise mit Davis-Cup-Spielern, Doppel-Grand-Slam-Turniersiegern und -Weltmeistern. Weitere sieben Jahre spielte der SVW in der 2. Bundesliga.

Frauenpower: Die Damenmannschaft des SVW spielte von 1993 bis 2000 in der Landesliga. 2001 und 2002 behauptete sie sich erfolgreich in der Bayernliga. In den darauffolgenden zwei Jahren trat sie in der höchsten bayerischen Liga, der Regionalliga, an.


Quelle: privat

Ein Magnet für die Jugend: Heute zählt der SVW circa 450 Mitglieder, tritt mit insgesamt 24 Teams bei den Meisterschaftsspielen an und fördert den Tennis-Nachwuchs wie die Junioren 18 mit großem Engagement und finanziellem Einsatz.


Quelle: SVW Matchball 2017


Kurz und knapp

Interessantes, Unterhaltsames und Wissenswertes aus den vergangenen 80 Jahren des SVW

· Im Breitensportbereich bot und bietet der SVW ein vielfältiges Angebot: Faschingsbälle, Sommerfeste, Gauditurniere, Autosuchfahrten, Radlsuchfahrten, Schleiferlturniere, Wacker-Pokal-Doppelturnier, Mexican Heat-Kleinfeldturnier, Jugend-Pumuckl-Sichtungsturniere, Jugend-Skiausflüge und –Zeltlager, gemeinsame Besuche von Weltranglistenturnieren, Freundschaftsspiele, Damen-Doppelturniere und vieles mehr.

· Ohne ihn geht nichts: Seit etwa 54 Jahren gibt Vorstandsmitglied Walter Hofer für die Jugendlichen des SVW Training. Seit circa 50 Jahren bestimmt er die Geschicke der Tennisabteilung in verschiedensten Funktionen mit. Kein anderer kann beim SVW so einen beeindruckenden Einsatz vorweisen.

· Im Jahr 2006 nahmen 28 Teams, 14 davon aus der Jugend, an den Mannschaftsspielen teil – ein einmaliger Rekord.

  • Im Seniorenbereich mischt der SVW auf bayerischer Ebene bis heute kräftig mit: 1989 wurden die Herren 45 Oberliga-Meister, die aktuelle Herren 40-Truppe spielt ab 2018 in der Bayernliga. Die Herren 60 bzw. 65 traten in dieser Liga von 2014 bis 2017 an. Die Damen 40-Mannschaft spielte von 2013 bis 2017 in der Bayernliga.

 

Quelle: privat

In der heutigen Herren 40 I Mannschaft finden sich jede Menge Spieler, die schon seit Jahrzehnten den SVW vertreten: Fonsi Aigner, Alex Bartels, Jörg Mitterhofer (vordere Reihe v.li.) sowie Robert Pawlik und Helmut Remböck (hintere Reihe v.re.). Sven Harlander kam 2015 neu dazu. Sepp Seiler spielte dagegen nur ein Jahr beim SVW

 

· Von 2003 bis 2006 schlug die 2. Herren-Mannschaft für den SVW in der Bayernliga auf.

· Mit den Eigengewächsen Robert Pawlik, Helmut Remböck, Friederike Kutzer, Birgit Peschanel und Adrienne Bofinger hatte der SVW Jugendliche über viele Jahre in seine Reihen, die bayerische und oberbayerische Einzeltitel gewannen, als Auswahlspieler den Bezirk Oberbayern vertraten und auf Ranglistenturnieren viele Erfolge verbuchten.

· Mit Jörg Mitterhofer und Steffi Sammet sind zwei SVW-Spieler aktiv, die im Seniorenbereich erfolgreich unterwegs sind: Mitterhofer nahm unter anderem an der Senioren-Team-Weltmeisterschaft 2017 in Südafrika teil, bei der er sich mit seiner Mannschaft ins Halbfinale spielte. Im gleichen Jahr sicherte er sich den Titel bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Rottach-Egern und belegte in der Senioren-Weltrangliste Platz 3.

Steffi Sammet wurde mit dem bayerischen Auswahlteam in der Altersklasse 30+ von 2003 bis 2005 Deutsche Meisterin. In der Altersklasse 40+ konnte sie in den Jahren 2014 und 2015 jeweils den Verbleib in der A-Gruppe mit sichern, 2016 gewann Sammet mit der Truppe erneut den Vizemeistertitel. 2014 spielte sie sich bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften ins Finale.

· 1995 erscheint erstmals das Vereinsmagazin „Matchball“.

· 2013 gründet sich der Jugendförderverein der SVW-Tennis-Abteilung, der für den Nachwuchs wertvolle finanzielle Hilfe rund um ihren Sport bietet.

 

Wer die Tennis-Abteilung des SVW bis dato leitete

Name unbekannt

1937 – nicht bekannt

Otto Preining

Nicht bekannt - 1951

Dr. Josef Heckmaier

1951 - 1952

Dr. Ernst

1953 - 1954

Dr. Herbert Baumgartner

1954 - 1968

Hermann Bader

1968 - 1972

Norbert Kretzinger

1972 - 1976

Wolfgang Weiser

1976 - 1980

Gerd Winnefeld

1980 - 1982

Walter Hofer

1982 - 1989

Volker Radius

1989 - 1992

Oliver Klosterberg

1992 - 1996

Jörg Krey

1996 - 2003

Dr. Martin Richtberg

2003 - 2007

Dr. Wolfgang Knies

2007 - 2008

Heiko Hiller (kommissarisch)

2008 - 2009

Roman Bauer

2009 - 2013

Thomas Kreilinger

Ab 2013

 

 


Quelle: SVW-Chronik

Drei Abteilungsleiter in 22 Jahren: Inge und Norbert Kretzinger, Inge und Hermann Bader, Juliane und Dr. Herbert Baumgartner im Jahr 1972

 

Heimat für Tennisfans

Quelle: SVW-Chronik

Ansicht aus vergangenen Zeiten: 1964 lag das Clubhaus noch direkt am heutigen Platz fünf. Damals waren noch fünf Plätze nebeneinander gelegen. Der fünfte Court wich dann für die Terrasse des heutigen Sportheims.

Der Werdegang der Anlage auf einen Blick

Ort

Jahr

Anzahl Plätze

Unghauser Straße

1937

2

Neubau der SVW-Tennisanlage in der Liebigstraße

1953

4

Bau von zwei weiteren Courts

1962

6

Erweiterung um weitere zwei Courts

1967

8

Bau der ersten Traglufthalle auf einem Asphaltplatz

1971

8 + 1 (Halle)

Bau eines weiteren Außencourts

1973

9 + 1

Bau eines Clubraums plus Vergrößerung der Umkleideräume im Sportheim

1975

 

Bau von zwei Bambino-Plätzen mit Trainingswand.

1979

 

Neue Traglufthalle wegen Hagelschlag

1982

 

Erweiterung der Traglufthalle um zweiten Platz

1983

9 + 2

Bau von den Plätzen zehn und elf plus  Flutlichtanlage für die heutigen Plätze fünf bis acht

1986

11 + 2

Umgestaltung der Freiplätze; Eröffnung der festen Dreifeld-Halle

1995

11 + 3

Bau Kleinfeldplatz,

Umstellung auf LED Licht in der Halle,

Renovierung der Sanitäranlagen

2015

 

 


Quelle: SVW-Chronik

Der SVW-Sportpark 1985: Vor der Traglufthalle spenden einige große Bäume Schatten

Quelle: SVW-Chronik

Umbau nach Maß: Seit 1995 ist die Tennisanlage unverändert